Dolmetschen

Während meiner mehr als fünfzigjährigen Tätigkeit als Dolmetscher arbeitete ich 1959 – zwischen Abitur und Beginn des Studiums – sieben Wochen lang im Rahmen der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit in Vietnam, 1960 in Conakry (Guinea) bei einer panafrikanischen Lehrerkonferenz,  1961 in Marokko, 1964 in Bukarest, 1965 in Helsinki (beim Weltfriedenskongress, wo ich auch Sartre begegnete). 2004 dolmetschte ich simultan fünf Tage lang in Peking aus dem Englischen und Spanischen ins Französische für eine Desertifikation-Expertengruppe der UNO, usw. Doch vor allem in Deutschland dolmetschte ich bei Dutzenden, ja Hunderten Konferenzen und nicht weniger Vorträgen, in Berlin, Leipzig, Dresden, Rostock, Frankfurt am Main, München, Bonn, Hamburg, Bielefeld.

Seit seiner Gründung vor zehn Jahren dolmetsche ich regelmäßig beim Internationalen Literaturfestival im September in Berlin. Die französischen Kulturinstitute in Berlin und Leipzig ebenso wie das Bureau du livre der französischen Botschaft in Berlin wenden sich regelmäßig an mich. Bei der Pariser Buchmesse Salon du livre im Mai 2013 hatte ich die Gelegenheit, ein Gespräch des Philosophen Rosa mit Alain Finkelkraut zu dolmetschen und an einem Rundtischgespräch zu Fragen der Übersetzung mit Georges-Arthur Goldschmidt teilzunehmen. Ich übersetzte auch bei mehreren Veranstaltungen im Heinrich-Heine Haus in Paris.

Ich dolmetschte Philosophen: Paul Ricœur (im Jahre 2000), Jacques Derrida, Jean-François Lyotard, Michel Serres, Barbara Cassin, Peter Sloterdijk, Rüdiger Safranski, Bernard-Henri Lévy, François Jullien, Georges Didi-Huberman (ebenfalls Kunsthistoriker) und Jacques Rancière (letzteren im Dezember 2013 in Berlin). Podiumsgespräch Jean-Luc Nancy – Alain Badiou (am 29..1.2016 in der Universität der Künste Berlin, Alain Badiou am 4.2.2016 im Maxim-Gorki-Theater,  am 12.3.2018 im Kampnagel in Hamburg, am 16.3.2018 in der Berliner Volksbühne) Jean -Luc Nancy (am 16.1.2018 in der Berliner Volksbühne), Hélène Cixous (am 3.5.2017 im Maxim Gorki Theater Berlin)

Soziologen: Pierre Bourdieu (regelmäßig, u.a. sein Gespräch mit Günther Grass für Arte), Luc Boltanski (und auch seinen Bruder, den Künstler Charles Boltanski), Bruno Latour.

Schriftsteller: Alain Robbe-Grillet, Michel Houellebecq, Marc Beigbeder, Dominique Fernandez, Patrick Chamoiseau, Erik Orsenna, Catherine Millet, Fred Vargas, Ingo Schulz, Monika Maron, Julia Schalansky, Grégoire Delacourt (März 2014), Hélène Cixous (April 2014). Jean-Philippe Toussaint (27.5.2016 in der Belgischen Botschaft), Boualem Sansal (Moderation und Dolmetschen eines Gesprächs mit Bundestagspräsidenten Lammert beim Internationalen Literaturfestival am 6.9. 2016, Lesung in der Stadtbücherei Esslingen am 8.11.2016), Maylis de Kerangal am 8.9. 2016 im Institut français Berlin (Dolmetschen und moderieren) , Marc-Antoine Mathieu (am 11.9. 2016 im Haus der Berliner Festspiele, Delphine de Vigan (am 12.9. 2016 im Haus der Berliner Festspiele), Emmanuel Carrère (am 15.9. 2016 im Haus der Berliner Festspiele), Mahi Binbine (am 16.9.2016 und am 31. 1.2018 im Institut français Berlin, am 12.5.2017 in Bad Beven), Alain Mabanckou- Gespräch mit Markus Messling (am 24 1. 2017 in der Akademie der Künste Berlin), Laurent Binet (am 13.3.2017 in der Berliner Kulturbrauerei), Matthias Enard (am 24.3.2017 am Arte Stand während der Leipziger Buchmesse, am 26.4.2017 in der Akademie der Künste Berlin, am 29.9.2017 im Literaturhaus Berlin),  Fethi Benslama (am 27.4.2017 im Institut français Berlin), Marie N’Diaye (am 14.9.2017 im Haus der Berliner Festspiele), Didier Eribon (am 10.10. 2017 in der Nationalbibliothek Frankf./M.) Jean-Christophe Bailly (am 22.11.2017 im Institut français Berlin)

Ich dolmetschte auch Politiker: den Vortrag Jack Langs im Berliner Renaissancetheater bei den Berliner Festspielen, sein Gespräch mit dem Schriftsteller Heiner Müller, Pierre Moscovici, ferner ein Gespräch zwischen Alexandre Adler und Helmut Kohl. Dolmetschen eines Interviews mit dem belgischen Premierminister Charles Michel am 9.9.2016 in der belgischen Botschaft.

Aber auch für den Fotografen Henri Cartier-Bresson und den Schriftsteller und Filmemacher Claude Lanzmann, der Psychoanalytikerin Elisabeth Roudinesco, den Psychologen Boris Cyrulnik, den Anthropologen Emmanuel Terray und den Kommunikationswissenschaftler Dominique Wolton, und – im Januar 2014 in Berlin – den Theaterdirektor Georges Lavaudant.